Mietwohnungen: FIMAA fordert schnellere Räumungen und besseren Schutz für Vermieter
Die italienische Immobilienmaklervereinigung FIMAA Italia-Confcommercio hat am 14. September 2026 im Rahmen einer Anhörung vor der Justizkommission des Senats mehrere Vorschläge zur Reform des italienischen Mietrechts vorgestellt. Ziel ist es, Vermieter besser vor Zahlungsausfällen zu schützen und dadurch mehr leerstehende Wohnungen wieder auf den Mietmarkt zu bringen.
Millionen Wohnungen stehen leer
Nach Angaben von FIMAA gibt es in Italien rund 9,5 Millionen leerstehende Immobilien. Nach vorsichtiger Schätzung seien davon etwa 5,5 bis 6 Millionen Wohnungen bewusst nicht vermietet und könnten grundsätzlich wieder Wohnzwecken zugeführt werden.
Als Gründe nennt FIMAA unter anderem die steuerliche Belastung, starre Vertragslaufzeiten und insbesondere das Risiko für Eigentümer bei Zahlungsausfällen der Mieter.
Mietvertrag soll schnellere Räumung ermöglichenEine der wichtigsten Forderungen von FIMAA betrifft die Räumung bei säumigen Mietern.
Nach dem Vorschlag soll der Mietvertrag selbst als Vollstreckungstitel anerkannt werden. Dadurch könnte der Eigentümer bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen schneller wieder in den Besitz seiner Immobilie gelangen, ohne zunächst das bisherige ordentliche gerichtliche Verfahren zur Bestätigung der Räumung durchlaufen zu müssen.
Nach Ansicht von FIMAA könnten dadurch gleichzeitig die Gerichte entlastet und langwierige Verfahren reduziert werden.
Nationales Register bei MietrückständenFIMAA schlägt außerdem die Einrichtung einer nationalen Datenbank über Räumungsverfahren wegen Mietrückständen vor.
Diese soll ähnlich wie Informationssysteme zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit funktionieren und eine bessere Einschätzung der Zuverlässigkeit eines potenziellen Mieters ermöglichen. FIMAA erhofft sich davon mehr Sicherheit für Eigentümer und damit eine höhere Bereitschaft, Wohnungen zu vermieten.
Zusätzlich fordert die Vereinigung eine Aufstockung der Gerichtsvollzieher, um bestehende Verfahren schneller abwickeln zu können.
Auch steuerliche Anreize vorgeschlagenZu den Vorschlägen gehören außerdem steuerliche Maßnahmen, um bestimmte Mietverhältnisse attraktiver zu gestalten. Unter anderem schlägt FIMAA die Einführung der Cedolare Secca für Unternehmer vor, die Wohnungen an ihre eigenen Mitarbeiter vermieten.
Kurzzeitvermietungen laut FIMAA nicht das HauptproblemInteressant ist auch die Position von FIMAA zu Kurzzeit- und Ferienvermietungen. Nach Angaben der Vereinigung machen diese lediglich rund 2 % des gesamten italienischen Immobilienbestandes aus und selbst in großen touristischen Städten wie Florenz höchstens rund 6 %.
FIMAA sieht die große Herausforderung daher weniger in der Kurzzeitvermietung als vielmehr in der hohen Zahl von Immobilien, die überhaupt nicht auf dem Mietmarkt angeboten werden.
Unser TippDie Vorschläge könnten für Vermieter in Zukunft interessante Veränderungen bringen. Insbesondere schnellere Verfahren bei Mietrückständen und eine bessere Möglichkeit, die Zuverlässigkeit potenzieller Mieter einzuschätzen, könnten das Risiko einer Vermietung reduzieren.
Derzeit handelt es sich jedoch lediglich um Vorschläge im Rahmen eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens. Die genannten Maßnahmen sind noch nicht geltendes Recht. Wir verfolgen die weitere Entwicklung und informieren Sie, sobald konkrete gesetzliche Änderungen beschlossen werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine rechtliche, steuerliche oder technische Beratung dar. Die dargestellten Maßnahmen beruhen auf Vorschlägen von FIMAA Italia im Rahmen eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens und sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht als geltendes Recht zu verstehen. Die weitere gesetzliche Entwicklung bleibt abzuwarten. Trotz sorgfältiger Aufbereitung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Im konkreten Einzelfall empfehlen wir eine Prüfung durch die zuständigen Fachpersonen.
Zur News Übersicht